Lehrangebote

Offen gesagt: Das Unterrichten hat nicht zu meinen Karrierezielen gehört: Als es Zeit war, eine Laufbahn zu planen, war schlicht und einfach alles möglich. Für die Mitte des 20. Jahrhunderts Geborenen war es - in Zeiten der sogenannten Hochkonjunktur - keine Frage: Alles war möglich und das Naheliegendste das am wenigsten besetzte: zum Beispiel einfach an der Universität zu bleiben und eine akademische Karriere zu machen, oder in die Schule zurück zu kehren, als Lehrer. "Ausprobieren" lautete die Devise, irgenddwo würde man schon landen, Jobs gab's überall und jederzeit, auch für den klassischen Phil-Einer, und ausserhalb von Universität und Gymnasialbereich die scheinbar reizvolleren als innerhalb.

Von der Option Journalist...

So nahm ich zunächst die Option "Journalist" wahr, etwas, was ich schon während der ganzen Studienzeit und zuvor bereits am Gymnasium getan hatte, als Werkstudent sozusagen, seit ich 16 Jahre alt war.

Zudem fand in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts mein durchaus vorhandener Aufklärungsimpetus vor allem zur Linken ein breites Tummelfeld. Statt ihn als Lehrer Auskommen-garantierend anzuwenden, leistete ich meinen einigermassen idealisitsch motivierten Beitrag zur Verbesserung der Welt durch "Aufklärung" in freiwilligen marxistischen Lesezirkeln, als miserabel bezahlter Volontär bei der sozialdemokratischen "Zürcher AZ", als Freiwilliger beim Limmatverlag und als Selbstausbeuter beim Avantgarde-Wochenblättchen "Zeitdienst" etc. Der ideell Gewinn war dabei nicht zu unterschätzen, direkt karrierefördernd im üblichen Sinn war es indes kaum.

Meine erste "richtige" Stelle als Journalist war zwar als Fortsetzung desselben Engagements gedacht, musste aber beim Populärmagazin "Schweizer Illiustrierte" im realökonomischen Verlag Ringier AG  letztlich an zu vielen Widersprüchen scheitern. Immerhin hatte das Magazin mitte der Siebzigerjahre die heissen Themen Staatliche Bespitzelung, Kernkraft-Debatte und Bürgerkrieg in Nicaragua nicht gescheut. Dennoch: 1979 war ich reif und setzte mich - nach drei Jahren mit Blattverantwortung - nach New York ab und begann meine Entwicklung in Richtung Film (siehe "Meine Filme")

... zum Engagement als Hochschullehrer...

Die Chance zur Lehrtätigkeit verdanke ich der Vermittlung meines Gatto-Freund Tobias Wyss an die "Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern" (HGKL). Als Studienbereichsleiter Video bat er mich mitte der Neunzigerjahre, zunächst in workshops und später als Lehrplaneinheiten seinen Studenten meine Erfahrungen als Allround-Filmemacher sowie insbesondere meine Kenntnisse in Dramaturgie  weiter zu geben. Aus der HGKL wurde 2006 die Hochschule Design&Kunst der University of Applied Sciences Lucerne, deutsch:(Fach-)Hochschule Luzern. Meine Angebote wurden Bestandteile des neu fachübergreifenden Theorieangebots der Hochschule Design&Kunst, die ich inzwischen jeweils in zwei Einwochen-Workshops pro Studienjahr erteile: "Dramaturgieprozesse", "Film und Literatur", so auch im Studienjahr 2009/10.

Aus der Partnerschaft Hochschule Design&Kunst, Luzern, mit der Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam, ergab sich 2006 ein Workshop an der HFF in Babelsberg zu "Das innere Thema im Film".

... vor allem in den USA

Der entscheidende Schritt passierte im Jahr 2000: Ich war auf einer USA-Tournée mit der englischen Version meines Dokumentarfilms "Spuren verschwinden", "Fading Traces" an der California State University in Long Beach, CSULB, zu einer Vorführung und lecture  vor einer Klasse eingeladen. Die Tatsache, dass ich Filmemacher war, der über eine akademische Ausbildung zum Germanisten verfügte und überdies in Luzern bereits Hochsullehrer war, weckte bei der Leiterin des German programs Lust auf mehr und führte dazu, dass ich ab 2001 mit der Unterstützung von Pro Helvetia und Presence Switzerland alle zwei Jahre das Frühjahrssemster bestritt, mit einem vollen Pensum jeweils in den Bereichen Deutsche Sprache, Deutschsprachige Literatur und/oder Film: 2001, 2003, 2005 und 2007. Das Engagement dürfte aus verschiedenen Gründen heute beendet sein.

Aus der Lehrtätigkeit an der CSULB ergab sich 2005 auch ein Engagement an der "Deutschen Sommerschule" der University of New Mexico, Albuquerque, in Taos, NM. Ebenfalls aus der CSULB-connection ergaben sich Filmvorführungen mit eigenen Arbeiten und lectures an Scripps College, Pomona College, CalTech, UC Berkeley, University of Utah, University of Arkansas sowie zahlreiche Vorträge in den USA und Kanada.

Aus den Jahren 2001-2005 gibt es Informationen zu meinen Angeboten auf:

Link to American teaching events
and
Link to the German Syllabi section