Kurz und bündig: Dr. phil I - Filmautor 

Endlich: Meine letzte Filmarbeit (2006) trifft den Nagel auf den Kopf, pardon, ihr Titel lautet: "Er, der H u t , sitzt auf ihm dem Kopf". Sie verlinkt sieben Liebesgeschichten des Schriftstellers Robert Walser (1878-1956) auf neuartige Weise zu einem Sehbuch: geschriebene Prosa wird gelesen und in Bilder gesetzt, wird in Ton und Bild bewegt, kein illustriertes Bilderbuch, ein vertontes Sehbuch eben. Ein Müsterchen findet sich hier. Doch lesen Sie weiter, wenn Sie wissen wollen, wie ich dazu gekommen bin.

Literatur und Film - das sind die Schnittstellen meiner beruflichen Biografie geworden, höhere Lehranstalten und Filmsets meine Betätigungsfelder als Lehrbeauftragter, visiting professor, Drehbuchautor und Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen in der Schweiz, Deutschland, den USA, Italien und in der Ukraine.

Den klassischen Dr. phil. I-Titel habe ich mir nach einem Germanistik-, Geschichte- und Philosophie-Studium an der Universität Zürich, samt Abstecher  an die FU Berlin erworben. Zum Film bin ich learning by doing in der Schweizer bzw. Zürcher Filmszene gekommen,  später als Lehrbeauftragter für Dramaturgie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Luzern, denn: der Lehrer lernt immer am meisten.

Von den Buchstaben zum bewegten Bild

Angefangen hat mein intimeres Verhältnis zur Öffentlichkeit bei den Buchstaben - mit Journalismus, zunächst parallel, später nachfolgend zum klassischen Humanistikstudium der 60er/70er-Jahre im 20. Jahrhundert. Wobei das Studium des Trios Germanistik, Geschichte und Philosophie die fast zwangsläufige Erziehung zum Idealisten ergab, was heute etwa das Studium der moderneren Dreifaltigkeit Ethnologie, Psychologie und Kommunikationswissenschaft sozusagen ebenso konsequent nach sich zieht. Die ganze Tragweite bekomme ich seit 2006 zu spüren, seit mich die StimmbürgerInnen als Gemeinderat des kleinen Zürichseeortes Erlenbach gewählt haben - ins Sozialministerium, was sich fast von selbst versteht (bis 2010).

Item. Ich bin 1970 als humanitärer Helfer bei Ojukwus Befreiungsarmee und den hungernden Kinder in Biafra gewesen und habe 1971 in den Lagern für Bangladesh-Flüchtlinge rund um Kalkutta mit "medico-international" Medikamenten-Nachschub organisiert.

Ich habe vor und nach dem Sechstage-Krieg 1976 bei der Boulevardzeitung "Blick" gejobbt und später bei der sozialdemokratischen Tageszeitung "AZ" das Handwerk richtig gelernt. Ich habe aus Biafra berichtet, aus Indien und war 1972 beim Abschluss des "Grundvertrags" BRD-DDR in Berlin akkreditiert. Bei der Fotoagentur Keystone bin ich zum Allrounder geworden und habe Zehnzeiler zu Robbenfänger und Brigitte Bardot, zum Vietnamkrieg und den RAF-Terroristen verfasst. Und das neben Schiller und Goethe, Kleist und Eichendorff im Germanistikstudium. Die philosophische Weihe holte ich mir beim kleinen Revolutionsblättchen "Zeitdienst", indem ich (unter vielem anderem) ein Manuskript von Herbert Marcuse mit handschriftlichen Anmerkungen des Meisters redigierte (und später mitlaufen liess - ich habe es immer noch!).

(wird fortgesetzt)

Portrait

Autor, Filmemacher, Hochschuldozent, Gemeinderat